Wilma Dambeck

geboren am 1. Februar 1925 in Wiesbaden-Erbenheim
gestorben am 8. November 2015 in Wiesbaden

Wilma Dambeck war einer der positivsten Menschen, der mir je begegnet ist. Sie war immer freundlich, gut gelaunt und hilfsbereit und sie hatte ein extrem ausgeprägtes Interesse an fremden Kulturen. Sie war der Globetrotter unter den Dambecks. Es gibt sicher keinen kulturell interessanten Ort, den sie nicht gesehen hat. Aber Wilma war eines sicher nicht: ein Tourist. Sie war weit mehr als das, denn ihre Reisen waren dadurch geprägt, dass sie den Menschen des jeweiligen Landes nahe kam. Ein Luxus-Hotel hat Wilma gemieden wie der Teufel das Weihwasser, denn dort kann man nicht in die Kultur des Landes eintauchen und das hat sie stets gemacht; sie hat nicht von außen zugeguckt, sondern war mitten drin. Dementsprechend waren ihre Reisen eher abenteuerlich als entspannend, eher pragmatisch als luxuriös, aber eines waren sie immer: interessant.

Wilma war definitiv meine Lieblings-Tante. Ich war schon immer fasziniert von ihrer kulturellen Neugier, ihrer Bescheidenheit, ihrem Fleiß und ihrem Mut. Und Mut muss man haben, wenn man in den 1960er Jahren nach Kairo auswandert; sie tat es damals aus gesundheitlichen Gründen und das war dann der Beginn einer langen Verbundenheit mit Ägypten. In Kairo selbst war sie bekannt wie ein bunter Hund – zumindest war das immer mein Eindruck. An der Deutschen Schule in Kairo, ihrer beruflichen Wirkungsstätte, hat man sicher schnell gemerkt, was für ein herzlicher und aufgeschlossener Mensch Wilma war; und so war es nicht verwunderlich, dass sie sich dort einen großen Freundeskreis aufbauen konnte.

Im letzten Abschnitt ihres Lebens hatte Wilma sich dazu entschlossen wieder dauerhaft in Wiesbaden zu leben und ihr Rentnerleben zu genießen. Auch hier in Europa war sie dann immer wieder auf Achse und wenn Sie in Erbenheim war, bastelte sie mit Begeisterung kleine Geschenke und Karten, pflegte ihre Fotoalben und besuchte Freunde und Verwandte. Nach einem Sturz und verschiedenen gesundheitlichen Problemen im Jahr 2008, in deren Folge sie einen Großteil ihrer Mobilität einbüßte, wurde sie liebevoll von Alicja gepflegt, die rund um die Uhr und fast das ganze Jahr über für sie da war. Am Sonntag den 8. November um 21:30 Uhr schlief sie ruhig ein. Auch in diesem Moment war sie nicht alleine, weil Heike an ihrer Seite war.

Sie wird uns allen fehlen. Aber die Erinnerung an sie ist so lebendig und lebensfroh wie sie es selbst war. Das ist es, was bleibt: die Erinnerung an einen tollen Menschen, den ich für immer in mein Herz geschlossen habe.

Christof Dambeck

Kerzen

Kerze

Christof Dambeck
entzündete diese Kerze am 17. März 2018 um 18.01 Uhr

Es heißt nicht sterben, lebt man in den
Herzen der Menschen fort, die man
verlassen muss.
Samuel Smiles

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Kondolenzen

Stimmungsbild

Klaus Kremkau
schrieb am 30. November 2015 um 9.53 Uhr

Wilma Dambeck kam etwa gleichzeitig mit unserer Familie nach Kairo, als ich im Frühjahr 1959 meinen Dienst als Pfarrer der dortigen Deutschen Evangelischen Gemeinde angetreten hatte. Sie erhielt eine Anstellung als Sekretärin des Direktors der Deutschen Evangelischen Oberschule und wurde auch meine Mitarbeiterin, weil ich Vorsitzender des Schulvorstandes war. Sechs Jahre lang kam sie jede Woche ein- bis zweimal zu uns in die Pfarrwohnung, arbeitete vormittags für mich und blieb zum Mittagessen. Unseren drei Kindern, die in Kairo ihre ersten Lebensjahre verbrachten, war sie eine gute, zugewandte Freundin. So blieb die Verbundenheit mit ihr auch, als unsere Familie im Jahre 1965 aus dem Auslandsdienst nach Deutschland zurückkehrte, während Frau Dambeck weiterhin für die Schule und Gemeinde tätig blieb. Unser inzwischen erwachsener Sohn besuchte sie später auf einer Ägyptenreise und hatte mit ihr ein herzliches Wiedersehen. Für unsere Familie bleibt Wilma Dambeck in warmherziger, dankbarer Erinnerung.

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Termine

Der letzte Termin

Trauerfeier am Sarg, Friedhof Erbenheim

Freitag, 13. November 2015 10.00 Uhr